PIERO SINI ÜBER:
Bâtard-Montrachet Grand Cru 2022
Der Bâtard-Montrachet ist die majestätischste Weißweinlage im Portfolio der Domaine René Lequin-Colin – ein Grand Cru, der in François Lequins Interpretation weniger auf opulente Macht als auf Tiefe, Energie und mineralische Präzision setzt. Die Reben stehen auf den legendären kalkreichen Böden zwischen Puligny und Chassagne-Montrachet, wo der Chardonnay zu einer besonders konzentrierten und vielschichtigen Ausdrucksform findet. Im Glas zeigt sich der Wein dicht und vibrierend, getragen von einer elektrischen Frische, die dem kraftvollen Körper erstaunliche Spannung verleiht. Aromatisch öffnet sich ein komplexes Spektrum aus weißem Pfirsich, Zitronenschale und reifen weißen Beeren, unterlegt von kühlen, steinigen Noten, die an Feuerstein, Kreide und feinen Staub von Kalk erinnern. Mit etwas Luft treten Nuancen von Limette, frischer Minze und ein Hauch gerösteter Mandeln hinzu. Am Gaumen verbindet sich die natürliche Fülle des Bâtard-Montrachet mit einer präzisen, salzigen Mineralität. Die Säure zieht eine klare Linie durch den Wein und trägt ihn in langen, rhythmischen Wellen über den Gaumen. Trotz seiner Tiefe wirkt der Wein nie schwer oder üppig, sondern zeigt eine erstaunliche Balance aus Kraft, Frische und Eleganz. François Lequin verfolgt im Keller einen bewusst zurückhaltenden Ausbau mit moderatem Holzeinsatz, um die Strahlkraft der Lage zu bewahren. Das Ergebnis ist ein Bâtard-Montrachet, der weniger auf monumentale Opulenz setzt, sondern auf Klarheit, Energie und terroirgetriebene Präzision – ein großer Grand Cru mit enormem Reifepotenzial und beeindruckender Länge.
René Lequin-Colin
Es gibt in Burgund nur wenige Domänen, deren Handschrift so sehr von Klarheit, Herkunft und innerer Ruhe geprägt ist wie jene von René Lequin-Colin. Im Zentrum steht nicht der Keller, nicht die Inszenierung, nicht das technische Spektakel – sondern der Weinberg selbst. François Lequin verfolgt eine Philosophie der kleinen Geste: so wenig Eingriff wie möglich, so viel Präzision wie nötig. Das Ergebnis sind Weine von bemerkenswerter Transparenz, Frische und Finesse, die ihre jeweilige Lage unverstellt sprechen lassen.
Die Domaine verfügt über ein außergewöhnliches Mosaik an Parzellen in Santenay und Chassagne-Montrachet, ergänzt durch Besitz in Pommard und Nuits-Saint-Georges. Besonders eindrucksvoll ist die Spannweite des Sortiments: von charaktervollen, zugänglichen Bourgogne-Weinen bis hin zu großen Herkünften wie Morgeot, Vergers, Caillerets, Bâtard-Montrachet oder sogar Corton-Charlemagne. Und doch bleibt der Stil stets derselbe: präzise, pur, balanciert und niemals überladen. Die Weißweine begeistern mit Leuchtkraft, Spannung und mineralischer Stringenz. Sie besitzen Substanz, ohne schwer zu werden, und Tiefe, ohne jemals an Frische einzubüßen. Selbst die größeren Crus zeigen Würde und Format, aber nie jene aufgesetzte Opulenz, die Chardonnay seiner Noblesse beraubt.
Geschichte
Die Familie von François Lequin ist seit 1679 in Santenay als Winzerfamilie verwurzelt. Über Generationen hinweg entstand aus den Linien Lequin und Colin ein eng verflochtenes Erbe, das sich heute in einem rund 11 Hektar umfassenden Besitz widerspiegelt. Diese Parzellen sind das Resultat jahrhundertelanger Familiengeschichte – kein beliebig zusammengekauftes Portfolio, sondern ein gewachsenes Ensemble mit kultureller und geologischer Tiefe. Seit 2014 ist François Lequin zudem bei Domaine des Crêts engagiert, wo er gemeinsam mit einem Partner burgundisches Denken und Côte-d’Or-Präzision in den nördlichen Mâconnais trägt.
„Ich möchte, dass die Weine selbst zum Ausdruck bringen, was die Weinberge zu sagen haben.“
Santenay, am südlichen Ende der Côte d’Or gelegen und direkt an Chassagne-Montrachet angrenzend, ist eine der spannendsten, oft unterschätzten Gemeinden Burgunds. Geologisch erinnert der Ort in Teilen eher an die Côte de Nuits, zugleich besitzt er mit seinen kalk- und tonreichen Böden genau jene Struktur und Frische, die die besten Weine der Appellation auszeichnen. Historisch war Santenay fast ausschließlich Rotweinland; erst in den letzten Jahrzehnten gewann Chardonnay zunehmend an Bedeutung. Gerade diese Entwicklung macht die Gemeinde heute so interessant: Sie steht an einem Schnittpunkt von Tradition, Terroir und stilistischem Wandel. Dass Santenay lange ohne großen „Star-Produzenten“ auskommen musste, hat dazu geführt, dass die Region im Schatten prominenterer Nachbarn blieb – umso faszinierender ist die Entdeckung einer Domäne wie René Lequin-Colin. Die Besitztümer in Chassagne-Montrachet verleihen dem Portfolio zusätzliche Klasse: 1er Crus wie Morgeot, Vergers und Caillerets sowie Reben in Bâtard-Montrachet Grand Cru unterstreichen den Rang des Hauses. Hinzu kommt mit Corton-Charlemagne Grand Cru eine der großen weißen Ikonen Burgunds.
Der Winzer: François Lequin
François Lequin wurde in Avize in der Champagne ausgebildet und sammelte darüber hinaus internationale Erfahrung – unter anderem bei David Ramey in Kalifornien. Schon früh stand für ihn fest, dass die Zukunft der Domaine in einer konsequenten Arbeit im Weinberg liegt. 1996 kehrte er nach Burgund zurück, arbeitete zunächst an der Seite seines Vaters und übernahm später die Verantwortung für das Gut. Sein Verständnis für jede einzelne Parzelle ist über Jahre organisch gewachsen. Genau darin liegt seine große Stärke: François Lequin denkt nicht in Etiketten oder Appellationen, sondern in Lagencharakteren. Sein Anspruch ist es, diesen individuellen Ausdruck im Weinberg zu bewahren und im Keller möglichst unverfälscht weiterzugeben. Seine Leitidee ist schlicht und zugleich anspruchsvoll: zurück zu den Wurzeln – mit Respekt vor dem, was Vater und Großvater begonnen haben, und mit klarem Blick auf die Zukunft. Ebenso wichtig ist ihm, dass große Burgunder nicht nur charaktervoll, sondern auch zugänglich und fair bleiben. In einer Zeit, in der Burgund für viele unerreichbar geworden ist, bietet René Lequin-Colin eine heute selten gewordene Verbindung aus Qualität, Herkunft und Wertigkeit.
Im Keller
Auch im Keller bleibt François Lequin seiner Philosophie treu: Behutsamkeit, Geduld und Präzision. Die Chardonnays werden langsam und schonend gepresst, damit nur das beste Material in den Ausbau gelangt. Der Einsatz von neuem Holz bleibt bewusst moderat – im Schnitt bei lediglich rund 10 % –, um den Charakter der Lage nie zu überdecken. Die Weine reifen lange auf der Hefe, gewinnen dadurch an Tiefe und Textur, ohne ihre Linie zu verlieren. Das Ziel ist ein Chardonnay-Stil, der weder von übertriebener Fülle noch von vordergründiger Reduktion geprägt ist. Stattdessen entstehen Weine mit Spannung, Klarheit und leiser Noblesse – Chardonnays, die ihre Herkunft nicht verkleiden, sondern in feinen Nuancen offenlegen. Bei den Pinot Noirs verfährt François ähnlich differenziert. Der Anteil ganzer Trauben wird je nach Jahrgang entschieden, der Holzeinsatz bleibt zurückhaltend, die Extraktion kontrolliert. So entstehen Rotweine, die nicht auf Kraft setzen, sondern auf Textur, Präzision und Trinkfluss. Sie besitzen Frucht und Charme, aber ebenso jene burgundische Feinheit, die sie am Tisch wie im Keller gleichermaßen attraktiv macht.
Stil und Bedeutung
René Lequin-Colin steht heute exemplarisch für ein Burgund, das immer seltener geworden ist: authentisch, terroirgeprägt, handwerklich ernsthaft und zugleich erfreulich zugänglich. Die Weine tragen nicht die Maske des Machens, sondern den Abdruck ihrer Herkunft. Sie wirken nie laut, nie geschönt, nie bemüht – sondern selbstverständlich. Gerade darin liegt ihre Größe. Wer Burgund nicht nur trinken, sondern verstehen möchte, findet hier einen Produzenten, der die Sprache seiner Weinberge mit bemerkenswerter Klarheit übersetzt.
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René Lequin-Colin
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ÜBER UNS:
„Im Winebooker Wein Online Shop findest Du Premiumweine von leidenschaftlichen Winzern aus vielen Weinregionen Europas. Wir arbeiten mit einigen der besten Sommeliers, Weinbars und Restaurants in Deutschland eng zusammen, natürlich mit voller Hingabe und Liebe zum Wein. Winebooker ist eine Fortführung des Wein Video Blogs von Piero Sini „The Wine Show“ auf YouTube. Für uns ist Wein das Tor zum Genussparadies, denn kein anderes Produkt bietet so viel hedonistisches und magisches Erlebnis und versammelt Freunde und Familie gemeinsam an einem Tisch der Freude.“
– Piero Sini –
