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FRANKEN

Wein aus Franken gehört zu den Highlights des deutschen Weinbaus. Unter Weinfreunden genießen sie höchstes Prestige. Im Vergleich zu den Weinen von Mosel und Rhein sind sie jedoch international weniger bekannt. Der elementarste Grund dafür ist wahrscheinlich, dass deutsche Weinbaugebiete im Ausland vor allem am Riesling gemessen werden. Und anders als an der Mosel oder im Rheingau spielt der Riesling entlang des Mains nicht die Hauptrolle.


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Dafür steht der Riesling in Franken fast ausschließlich in den besten Parzellen. Dort wächst er zu einem Wein von kräftiger Frucht und fester Struktur heran. Tendenziell ist ihm eine Herbe zu eigen, die in seiner Mineralität verankert liegt. Früher betonten Frankens Weingüter diese Eigenschaft, indem sie dem Wein nur wenig Restsüße ließen. Die sogenannten „fränkisch trockenen“ Weine enthielten weniger als vier Gramm Restzucker pro Liter (der Gesetzgeber erlaubt für die Bezeichnung „trocken“ neun Gramm). Sie hatten ein verlässliches Profil und einen klar definierten Markt. Im letzten Jahrzehnt ging diese Besonderheit ein wenig verloren, weil manche Winzer nach einem etwas populäreren Weinstil streben, der sie aus der Marktnische herausführt.

Dass Franken als Weinbaugebiet international unterschätzt ist, liegt sicherlich auch daran, dass seine wichtigste Qualitätsrebsorte so unbekannt ist: der Silvaner. Er bedeckt gerade einmal ein Drittel der Weinberge – für Frankens Böden und das kontinentale Klima der Region ist er der ideale Partner. Als Wein ist der Silvaner aromatisch, doch dank seiner floralen Nuancen nie prollig. Er verfügt auch als trockener Wein über eine gewisse Milde, besitzt jedoch zugleich kernige Mineralität. Andernorts steht der Silvaner oft im Ruf, ein wenig „brav“ zu sein. Doch unter den Bedingungen, die er in Franken vorfindet, entsteht in ihm eine Balance, die aus einer Spannung hervorgeht und zu wahrer Tiefe führen kann.

Franken ist jedoch nicht nur seiner qualitativen Leitsorte wegen ein Gebiet von großer Eigenständigkeit. Die markante (und vom Weingesetz geschützte) Bocksbeutelflasche steht so eindeutig für die fränkische Herkunft des Weins wie weltweit kaum ein andere Flaschenform für eine bestimmte Provenienz. Seit dem 14. Jahrhundert ist die Verwendung des Bocksbeutels bezeugt. Offenbar wurde seine Gestalt der Form eines Hammelhodens nachempfunden.